Jeder dritte Erwachsene leidet mindestens einmal im Jahr an Durchfall. Um die damit einhergehende Austrocknung zu bekämpfen, ist die richtige Ernährung während und nach der Erkrankung wichtig.
Jeder kennt Durchfallerkrankungen. Von ihnen spricht man, wenn ein wässriger Stuhl mehr als dreimal am Tag auftritt. In der Regel dauert ein akuter Durchfall ein bis zwei Tage, ehe sich die Darmtätigkeit wieder normalisiert. In manchen Fällen geht der Durchfall einher mit Krämpfen und Kreislaufbeschwerden und gefährdet besonders Kinder und ältere Menschen. Daher sind Durchfälle immer ernst zu nehmen. Der Körper verliert durch die ständigen Ausscheidungen sehr viel Flüssigkeit und Nährstoffe, sodass sein Salzhaushalt und der Stoffwechsel völlig aus dem Gleichgewicht geraten können. Daher lautet der wichtigste Ratschlag bei Durchfallerkrankungen: Drei bis vier Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Die Getränke sollten die Bestandteile Salz, Zucker und Kalium enthalten, damit der Körper das zugeführte Wasser überhaupt speichern kann. Diese Voraussetzung erfüllen stille Mineralwässer, Kamillen-, Pfefferminz-, Fenchel-, Hagebutten- oder Melissentees. Auch der gerbstoffreiche grüne Tee, den man zwanzig Minuten lang ziehen lassen soll, ist bei Durchfall zu empfehlen. Ein Tee aus getrockneten Heidelbeeren oder ein Schwarztee gehören zu einer aufbauenden Ernährung. Die Heidelbeeren kann man auch einfach kauen.
Immer wieder liest man die Empfehlung, Cola zu trinken. Diese enthält jedoch zu viel Zucker und zudem Koffein; daher sollte man sie nicht verabreichen. Besser ist es, Wasser mit einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffeln Traubenzucker anzureichern und dieses zu trinken. Kinder benötigen oft Getränke, die sie in kleinen Mengen zu sich nehmen sollten, da sie größere Portionen schnell erbrechen. Klingen die ersten Beschwerden langsam ab und verbessert sich das Befinden merklich, sollte man die ersten magenschonenden Lebensmittel zu sich nehmen: gekochte Kartoffeln, eine klare Suppe mit wenig Reis oder Nudeln, mageres gekochtes Fleisch oder Huhn ohne Fett, Kartoffelbrei, pürierte Bananen, geriebene Äpfel, Reis- oder Haferschleim sowie Toast. Möhren enthalten einen Stoff, der die Flüssigkeit im Darm bindet. Daher hat sich bei einer Durchfallerkrankung die Gabe einer Möhrensuppe bewährt. Dazu kocht man 500 Gramm Möhren, die man zuvor in Würfel geschnitten hat, in einem Liter Wasser weich und püriert sie anschließend. Dann füllt man die Suppe wieder auf einen Liter auf und gibt vor dem Verzehr drei Gramm Salz dazu.
Auch an den Tagen nach einem Durchfall sollte der Erkrankte auf fetthaltige, ballaststoffreiche, milch- und zuckerhaltige Nahrungsmittel verzichten, ebenso auf Cola, Alkohol, Eier, Kaffee, Süßigkeiten, säurehaltiges Obst oder Fruchtsäfte sowie Zigaretten. Damit gewöhnt sich der geschwächte Körper langsam wieder an die normale Kost. Wird der Stuhl wieder fest, kann die Schonkost abgesetzt werden. In der Regel benötigt man bei Durchfallerkrankungen keine Medikamente. In der Apotheke sind jedoch elektrolythaltige Zusätze zu erwerben, die die verloren gegangenen Salze wieder ausgleichen.
10. August