Spielzeug im Kindergarten: Bauklötze für Kinderträume

Spielzeug erfüllt viele Funktionen: Es regt die Fantasie an, steigert die motorischen Fähigkeiten und initiiert soziales Handeln. Dabei ist das Einfache oft das Beste. Einer der Klassiker im Kindergarten: Bauklötze.

Die meisten Eltern haben die Erfahrung schon gemacht: Kinder wünschen sich teures technisches Spielzeug, das nach wenigen Tagen unbenutzt in der Ecke liegt. Das Kind hat sich währenddessen wieder seinen alten Spielsachen zugewandt: den Puppen, Bauernhoftieren, Spielzeugautos und Bauklötzchen. Während sie beim ferngesteuerten Auto nur einige Knöpfe drücken oder drehen können, lassen sie mit Autoteppich, Spielzeugautos und einigen aus Klötzchen gebauten Häusern ganze Welten im Kinderzimmer entstehen, die sie tagelang beschäftigen.

Aus diesem Grund stehen Kindereinrichtungen technischem Spielzeug skeptisch gegenüber. Sie schaffen weniger Spielzeug an, das dafür hochwertig und für freies Spiel geeignet ist. Die Kinder sollen in ihrer Fantasie nicht eingeengt werden und eigene Spielwelten entwickeln. Daher besitzt jeder Kindergarten Bauklötze, die sehr viele Möglichkeiten bieten: Die Kinder können um die Wette versuchen, möglichst hohe Türme zu bauen, wobei sie ganz nebenbei etwas über Statik und Schwerkraft lernen. Sie können Häuser und Paläste kreieren, in die ihre Püppchen einziehen. Die Klötze können aber auch ganz einfach nur eine Auto-Rennstrecke begrenzen, die Bauernhoftiere am Weglaufen hindern oder beim Wackelturm-Spiel für das kooperative Nachdenken sorgen, welchen Stein der Turm noch entbehren könnte, ohne zusammenzustürzen. Es ist also nichts weiter nötig als ein paar einfache Steine aus Holz, um die Fantasie anzuregen, naturwissenschaftliche Grundregeln kennenzulernen, kooperatives Handeln zu erproben und die Kommunikation und das soziale Verhalten der Kinder untereinander zu fördern. Deshalb sind sie ein Muss in jedem Kindergarten: Bauklötze. Kein anderes Spielzeug ist ähnlich vielseitig.

Da die Kinder zuhause meist mit Spielzeug überschüttet werden, gehen immer mehr Kindergärten dazu über, spielzeugfreie Wochen durchzuführen. Dann werden alle Spielsachen in Kartons gepackt und weggeräumt, die Kinder lernen mit den Dingen zu spielen, die sie finden: Steine, Stöcke, Schüssel. Auch hier fällt auf, dass sie schnell anfangen, diese Dinge zu stapeln. Das Bauen scheint also ein Grundbedürfnis zu sein. Ohne Bauklötze geht es nicht.