Kreatives Schreiben können auch Erwachsene noch lernen

Sowohl für wissenschaftliche Texte als auch für schöne Literatur benötigt der Autor die Fähigkeit, die richtigen Worte zu finden, um verständlich zu machen, was er sagen will. Kreatives Schreiben ist aber erlernbar.

In der Schulzeit verzweifeln manche an der Aufgabe, eigene Texte zu entwickeln. Aufsätze erfordern eine Kreativität, die von vielen Lehrern einfach vorausgesetzt wird. Kinder, deren Fantasie sich aber nicht von ihren natürlichen Anlagen her in Worten ausrückt, tun sich mit dem Schreiben von Aufsätzen meist schwer. Als Folge verweigern sich die Kinder dann bis ins Erwachsenenalter dem Schreiben von Texten aller Art.

Aber kreatives Schreiben ist keine Hexenkunst. Es kann erlernt werden, wie das Alphabet. Die erste Hürde, die überschritten werden muss, ist bei Kindern und Erwachsenen gleich. Was die meisten bremst, ist die Angst Fehler zu machen. Besonders das erste Wort kann regelrechte Panik auslösen. Die berühmte Angst vor dem leeren Blatt befällt auch professionelle Journalisten oder Schriftsteller. Man befürchtet, sich mit dem ersten Wort festzulegen. Wenn dieses Wort nicht perfekt ist, scheint das gesamte Werk verflucht.

Diese Angst bekämpft man mit der Erkenntnis, dass die Worte auf dem Papier nicht endgültig sein müssen. Eine Überarbeitung des Textes ist in jedem Stadium des Schaffens möglich. Leider wird Kindern in der Schule genau diese Erkenntnis oft verwehrt. Wenn im Rahmen einer Klassenarbeit ein Aufsatz erstellt werden soll, dann ist eine nachträgliche Überarbeitung des Textes nicht vorgesehen. Kreatives Schreiben umfasst aber die Überarbeitung als ebenso wichtigen Teil, wie das Verfassen des Textes selbst.

Geübte Schriftsteller beginnen die Arbeit meist damit, das leere Blatt zu füllen. Mit verschiedenen Techniken kann der innere Zensor abgeschaltet werden. So gelangen die Worte einfacher auf das Papier. Mit einem Mind Map kann man zum Beispiel die grobe Struktur des Textes herausstellen. Bei dieser Technik schreibt man auf einem großen Blatt einzelne Stichworte zu dem gewünschten Thema auf. Die Stichworte führen dabei häufig zu weiteren Assoziationen, die ebenfalls festgehalten werden. Erst wenn das Blatt voll ist, kann man beginnen, eine Ordnung hereinzubringen. Aus den Stichworten ergibt sich ein Gerüst, an dem sich der Text orientieren kann. Mit diesem Grundgerüst wird der erste Satz wesentlich einfacher.